Category : Zeitgenössische Musik
Gestern Abend eröffnete ich die Vernissage von C.Brandl´s Fotoausstellung in der ehemaligen IC Tiefgarage am Ulmer Hauptbahnhof. Ein kurzes Video meiner Performance ist nun auch schon fertig geschnitten und online.
Dieses mal habe ich etwas neues ausprobiert. Audiosampler für das iPad war der Granularsynthesizer Borderlands. Für die Effekte war das Kaoss Pad 3 zuständig.
Eine Remixarbeit für Daphne Oram die, einige Sounds und Klänge ihrer bekannten ORAMICS Maschine veröffentlichte, welche 1967 für helle Aufregung sorgte.
Kunde: Leonardo Cariglino
Der griechische Filmproduzent Leonardo Cariglino steht mit seiner Arbeit für wunderbare und intime Bilder.
In seinem neuen Kurzfilm erzählt er eine Geschichte über die täglichen Hindernisse, Stress und das “normale” Leben. Der “Mentale” Verkehr, durch den wir uns täglich navigieren müssen, während wir physisch funktionieren müssen…
..und manchmal, während wir uns verbiegen, vergessen wir ….
(momentan noch in der Post – Produktionsphase)
Die Klangmanufaktur wird in den nächsten Wochen damit beginnen, den kompletten 30 Minütigen Film in der Postproduktion mit Klanglandschaften zu unterlegen und dem schon wunderbaren Bild noch den letzten Schliff zu verleihen, um die Stimmung des Films noch mehr zu unterstreichen..
Lyraspieler: Pavlos Athanasiadis
Fünf Schnüre halten eine Frau, zwei Schnüre einen Spiegel. Die Ausgangssituation in der Performance “Das Bad” zeigt noch nicht, wie haltlos zwei Frauen in einem surrealen Raum herum irren werden. Sus Palm hängt zu Beginn der Tanzperformance “Das Bad” auf der Stadthausbühne mit ihren Haaren fest. “Als ich klein war, habe ich mir die Haare möglichst wenig gekämmt”, wird als Schrift im Hintergrund eingeblendet. Die Texte stammen aus dem Roman “Das Bad” (1989) von Yoko Tawada. Es sind unklare Texte und Bilder, die japanische Mythen an die Oberfläche des Alltags holen. Zur Oberfläche gehören ein Telefon, ein Spiegel und die Haut als empfindliche Membran. “Der menschliche Körper soll zu 80 Prozent aus Wasser bestehen . . .”, erläutert eine Stimme aus dem Off. Dieses Wasser scheint selbstständig im Körper herum zu wabern, macht Dellen und Sümpfe und entwickelt ein bedrohliches Eigenleben.
Die Schauspielerin Celia Endlicher agiert als rätselhafte Schuppenfrau, die ins Bad steigt, um sich zu reinigen. Ein Aquarium mit klarem Wasser ist dieses Bad, vor das Gregor Quade eine transparente Videoleinwand platziert. Per Motion Tracking werden Partikelsysteme simuliert, die an Luftblasen erinnern. Später geht es noch um Sprachlosigkeit. Andreas Usenbenz unterlegt das Geschehen mit einem unaufdringlichen Sound, der aufs vegetative Nervensystem der Zuschauer zielt.
Sus Palm befreit sich aus ihren Tentakeln und windet sich ihrer Tanzschwester zu. Beide Frauen haben eine einstündige Choreografie entwickelt, die zwischen symbiotisch und synchron, zwischen Annäherung und Abprall tänzelt. Hysterie und Zärtlichkeit sind nahe beieinander. Münder wie Müllbeutel, an der Küste nagende Wellen und Zeit in Scheiben sind Satzfetzen, die pixelig durch den Raum schweben. Die Ästhetik bleibt dabei als Konstante stets bestehen. Wenn man aufhört, die Performance verstehen zu wollen, dringt sie unter die Oberfläche. Dort wo das Wasser wabert.
